Welche Steuern?

Als angehender Selbständiger ist es nicht nur existenziell wichtig über die Steuerarten bescheid zu wissen, sondern auch die Besonderheiten z.B. hinsichtlich der Fälligkeit und der Vorauszahlungen zu kennen. An dieser Stelle möchten wir deshalb die verschiedenen Steuerarten genauer unter die Lupe nehmen.

Einkommenssteuer

Wie es als Angestellter auch der Fall ist, müssen auch Selbständige und Freiberufler eine Steuer auf ihr erzieltes Einkommen zahlen – die so genannte Einkommenssteuer. Während man als Angestellter diese in Form der Lohnsteuer vom Einkommen abgezogen bekommt, zahlen Selbständige die Einkommenssteuer auf die Höhe ihres Einkommens und somit des Gewinns der Unternehmung.  Derzeit gibt es einen Freibetrag in Höhe von 8.354 Euro pro Jahr. Dies bedeutet, dass ein zu versteuerndes Einkommen bis zu dieser Höhe steuerfrei ist. In der Einkommenssteuererklärung werden alle Einkünfte aufgelistet und auf dieser Grundlage die Einkommenssteuer berechnet. Die Einkommenssteuer wird grundsätzlich einmal jährlich bezahlt, wobei das Finanzamt innerhalb des Jahres Vorauszahlungen festsetzt. Die Höhe des Steuersatzes hängt von der Höhe des zu versteuernden Einkommens ab. Dabei kann der Steuersatz zwischen 14 und 42 Prozent liegen. Ab einem Einkommen von über 250.730 Euro, liegt der Steuersatz bei maximalen 45 Prozent.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt) wird für alle im Inland vom Unternehmer erbrachten sowie zu zahlenden Leistungen fällig. Die Höhe der Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent, für bestimmte Produkte und Leistungen kann diese jedoch auch ermäßigt nur 7 Prozent betragen. Wichtig ist zu verstehen, dass es sich bei der Umsatzsteuer um einen durchlaufenden Posten handelt, dem Sie dem Finanzamt schulden. Wenn Ihnen ein Kunde also 119 Euro brutto für eine Ware überweist, gehört Ihnen nur 100 Euro (der Nettobetrag), die restlichen 19 Euro (19 Prozent Mehrwertsteuer von 100 Euro) müssen an das Finanzamt gezahlt werden.

Als Gewerbetreibender verkaufen Sie jedoch in der Regel nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern zahlen auch durch den gewerblichen Kauf von Waren und Dienstleistungen Vorsteuer. Diese von Ihnen gezahlte Vorsteuer schuldet das Finanzamt Ihnen. Diese durch betriebliche Ausgaben entstehende Vorsteuer wird von der eigenen zu zahlenden Umsatzsteuer subtrahiert. Das Vorgehen nennt man Vorsteuerabzug. Die errechnete Differenz aus Umsatz- und Vorsteuer wird dann an das Finanzamt abgeführt.

In den ersten zwei Jahren der Selbständigkeit  muss eine Umsatzsteuervoranmeldung jeden Monat jeweils bis zum 10. des Folgemonats abgegeben werden. Wenn die Umsatzsteuerzahllast in den späteren Jahren bei unter 7.500 Euro jährlich liegt, ist auch eine vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung ausreichend. Durch eine Dauerfristverlängerung hat man zudem die Möglichkeit, den Abgabetermin um genau einen Monat nach hinten zu schieben. Dies bedeutet, dass die Umsatzsteuererklärung dann erst am 10. des übernächsten Monats abgegeben werden muss.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer wird durch den so genannten Gewerbeertrag des Unternehmens berechnet und von den Gemeinden und Kommunen erhoben. Der Hebesatz zur Errechnung der Gewerbesteuer variiert von Gemeinde zu Gemeinde, sodass gerade große Unternehmen möglichst Standorte wählen, wo der Gewerbesteuerhebesatz möglichst gering ist. Die Gewerbesteuer muss nur von gewerblich Selbständigen gezahlt werden, Freiberufler sind davon befreit. Für Einzelunternehmer und Personengesellschaften gibt es einen Freibetrag von aktuell 24.500 Euro im Jahr. Wenn Ihr Unternehmen also mehr Gewinn erzielen sollte, wird nur der Betrag, welcher über 24.500 Euro liegt, versteuert.

Die Berechnung der Gewerbesteuer erfolgt durch die einheitliche Steuermesszahl in Höhe von 3,5 Prozent sowie durch den jeweiligen Hebesatz der Gemeinde.

Beispiel: Wenn Ihr Unternehmen 100.000 Euro Gewinn im Jahr erzielt hat, wird davon zunächst der Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro abgezogen. Es verbleiben somit 75.500 Euro. Diese 75.500 Euro werden nun mit 3,5 multipliziert (3,5 Prozent Steuermesszahl). Dies ergibt 2642,50 Euro. Dieser Betrag wird anschließend mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert (für dieses Beispiel: 400 Prozent). Dies ergibt dann in diesem Beispiel eine zu zahlende Gewerbesteuer in Höhe von 10.570 Euro.

Nächste Seite: Was sollte man bei der Wahl der Rechtsform beachten?

Die 10 häufigsten Fehler bei der Gewerbeanmeldung:

Erfahren Sie in meinem kostenlosen E-Mail Coaching wie Sie häufige Fehler bei der Gewerbeanmeldung verhindern können, welche Steuertipps und Fördermöglichkeiten es für Existenzgründer gibt und wie Kundengewinnung im Internet funktioniert:

Hier kommen Sie zum kostenlosen E-Mail Coaching.