Freiberufler vs. Gewerbe

Möchten Sie sich selbständig machen, sollten Sie die Abgrenzung zwischen einer freiberuflichen und einer gewerblichen Tätigkeit kennen. Als Freiberufler genießen Sie gegenüber dem Gewerbetreibenden einige Vorteile. Dafür müssen Sie jedoch wichtige und recht eng gesteckte Voraussetzungen erfüllen.

Die Freien Berufe werden mitunter auch als Katalogberufe bezeichnet. Diese Definition beruht auf der Tatsache, dass es tatsächlich einen Katalog gibt, in dem die Freien Berufe definiert sind. Als Freiberufler können Sie jedoch auch in sogenannten katalogähnlichen Berufen tätig sein. Da es durch den gesellschaftlichen und sozialen Wandel immer neue Berufsfelder gibt, kommt es bei der Einstufung als Freiberufler immer auf die persönliche Situation an. Ist Ihre Tätigkeit nicht als Katalogberuf definiert und glauben Sie trotzdem, die Voraussetzungen zu erfüllen, sollten Sie sich an das für Sie zuständige Finanzamt wenden. Nur dieses ist berechtigt, eine Einstufung als Freiberufler vorzunehmen. Wird Ihnen diese Einstufung verwehrt, bekommen Sie eine entsprechende Begründung und haben automatisch den Status als Gewerbetreibender.

Zu den Freiberuflern, die in den Katalogberufen definiert sind, zählen niedergelassene Ärzte und Rechtsanwälte. Weiterhin sind auch freischaffende Künstler Freiberufler. Hier müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen vorliegen. In der Regel wird ein Studium oder eine äquivalente Vorbildung verlangt. Tatsächlich haben viele Freiberufler einen Hochschulabschluss oder einige Semester an einer Universität studiert. Das Studium sollte für die Anerkennung der Tätigkeit in einem ursächlichen Zusammenhang stehen. Darüber hinaus gibt es auch Freiberufler, die einfach nur aufgrund ihres Talents diesen Status erhalten haben. Wenn Sie seit Ihrer Jugend Musik machen, einen Schulabschluss in der Tasche haben, aber keine Ausbildung vorweisen können, dann können Sie den Status als Freiberufler trotzdem erhalten, wenn Sie erfolgreich sind und mit Ihrer Musik und Ihren Auftritten Geld verdienen. Wichtig ist hier wie bei allen anderen selbständig ausgeübten Berufen, die Gewinnerzielungsabsicht. Diese haben Sie nachgewiesen, wenn Sie über einen längeren Zeitraum nur von Ihrer Musik gelebt haben. Ein Studium an einer Musikhochschule ist in diesem Fall nicht notwendig.

Auch viele Wissenschaftler gehören den Freien Berufen an, wenn sie ohne feste Anstellung an einem Forschungsprojekt mitarbeiten oder einen Lehrauftrag angenommen haben. Üben Sie also eine selbständige Tätigkeit aus, die einen künstlerischen oder wissenschaftlichen Hintergrund hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie den Status als Freiberufler bekommen. Im Gegensatz zum Gewerbetreibenden haben Sie den Vorteil, dass Sie keine Gewerbesteuer zahlen müssen und auch von den Gebühren an die IHK befreit sind. Darüber hinaus sind Sie berechtigt, der Künstlersozialkasse beizutreten. Dort können Sie sich kostengünstig renten- und krankenversichern. Sie müssen jedoch vor dem Beitritt erneut einen Nachweis Ihrer Tätigkeit erbringen. Die vom Finanzamt bewilligte Einstufung reicht für den Beitritt nicht aus.

Wenn Sie vor Aufnahme Ihrer freiberuflichen Tätigkeit schon davon ausgehen, dass diese aufgrund der Kriterien anerkannt werden könnte, brauchen Sie sich nicht beim Gewerbeamt anzumelden. Freiberufler benötigen keinen Gewerbeschein. Ihr Weg kann direkt zum Finanzamt führen, denn Sie brauchen für die Deklaration Ihrer Einkünfte eine Steuernummer. Wie jeder andere Arbeitnehmer und Selbständige müssen Sie von Ihren Einnahmen Einkommenssteuer abführen. Weitere Verpflichtungen, etwa zum Abschluss einer Rentenversicherung, bestehen jedoch nicht. Dies ist bei einigen Gewerbetreibenden wie etwa Landwirten der Fall. Als Freiberufler sind Sie auch von dieser Pflicht befreit. Eine Krankenversicherung müssen Sie jedoch besitzen.

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